Die Druckluft-Bremstanks am Ende jedes Arbeitstags oder bevor der LKW morgens losfährt entwässern, indem das Ablassventil am Boden jedes Behälters geöffnet wird, bis nur noch trockene Luft zischend entweicht. Zuerst den Nasstank (Vorratstank), dann die Primär- und Sekundär-Betriebstanks. Bei vollständig geladenem System dauert das etwa zwei Minuten - die günstigste Druckluftbremsen-Wartung überhaupt.
Der Grund ist einfache Physik. Der Kompressor saugt Umgebungsluft an und verdichtet sie, und die Feuchtigkeit in dieser Luft kondensiert, während die komprimierte Luft in Tanks und Leitungen abkühlt. Kommt der feine Nebel aus Kompressoröl hinzu, der immer an den Kolbenringen vorbeischlüpft, wird der Boden des Nasstanks zu einem Becken aus korrosivem, ventilzerstörendem Schlamm. Jedes nachgeschaltete Ventil, jeder Zylinder und jeder Trockner wird aus diesen Tanks gespeist.
Warum das Entwässern wichtiger ist, als es aussieht
Wasser im System richtet vier Dinge an, alle schlecht. Es rostet den Tank von innen heraus und frisst sich irgendwann durch die Wandung. Es transportiert Zunder und Rostflocken in Relaisventile, Schnellentlüftungsventile und das Fußventil, wo der Schmutz kleine Öffnungen verstopft und langsames Lösen oder schleifende Bremsen verursacht. Es gefriert im Winter, verstopft Leitungen und Ablassventile und lässt Bremsen zurück, die sich nicht lösen. Und es emulgiert mit Kompressoröl zu einer grauen Paste, die Luftleitungen überzieht und Gummidichtungen zerfrisst.
Ölverschleppung ist die andere Hälfte des Problems. Ein gesunder Kompressor lässt nur Spuren durch. Ein verschlissener pumpt genug Öl, um das Trockenmittel des Lufttrockners zu sättigen, danach entzieht der Trockner keine Feuchtigkeit mehr und die Tanks füllen sich rasch mit Wasser. Deshalb ist ölige Ablassflüssigkeit eine Kompressordiagnose, nicht nur Hausputz. Siehe Druckluftbremskompressor pumpt Öl für das vollständige Bild.
So werden die Tanks richtig entwässert
- Auf ebenem Untergrund parken, Räder unterlegen und Feststellbremse setzen. Niemals unter einem LKW arbeiten, der nur durch Betriebsluft gehalten wird.
- Das System auf vollen Druck bringen lassen, normalerweise rund 8,3 bar (120 psi), mit Regler-Abschaltpunkt typischerweise im Bereich 8,3-9,3 bar (120-135 psi). Der Druck ist es, der die Verunreinigungen heraustreibt.
- Zuerst den Nasstank-Ablass öffnen. Er sitzt am nächsten zum Kompressor und sammelt das meiste Wasser und Öl.
- Primär- und Sekundärtank-Ablässe sowie alle Zusatz- oder Anhängerbehälter öffnen.
- Jedes Ventil offen halten, bis die Ablassflüssigkeit klar und trocken läuft. Ein kurzes Antippen ist kein Entwässern.
- Alle Ventile schließen, Druck wieder aufbauen und bestätigen, dass der Regler normal abschaltet und die Niederdruckwarnung, die typischerweise bei rund 4,1 bar (60 psi) erlischt, aus ist, bevor der LKW bewegt wird.
Tropft ein Ablass statt zu strahlen, ist der Auslass teilweise mit Schlamm oder Eis verstopft. Reinigen. Ein Ventil, das danach nicht mehr dichtet, ist ein dauerhaftes Leck und muss ersetzt werden.
Manuelle versus automatische Ablassventile
| Merkmal | Manueller Ablass (Hahn / Zugleine) | Automatisches Ablassventil |
|---|---|---|
| Bedienung | Fahrer öffnet von Hand oder per Zugleine | Bläst bei Druckdifferenz oder Reglerzyklus aus |
| Intervall | Täglich, fahrerabhängig | Kontinuierlich, unbeaufsichtigt |
| Fehlerbild | Wird übersprungen, oder Ventil klemmt oder leckt | Fällt lautlos aus: hört auf auszublasen, niemand bemerkt es |
| Winterverhalten | Kann zufrieren; taut mit Wärme auf | Oft beheizt, aber das Heizelement kann ausfallen |
| Erforderliche Kontrolle | Der Ablass selbst ist die Kontrolle | Wöchentlich manuelle Betätigung ziehen und auf Ausblasen achten |
Ein automatischer Ablass ist eine Bequemlichkeit, keine Entschuldigung. Ein häufiger Werkstattbefund an einem LKW mit durchnässten Tanks ist ein Auto-Ablass, der Monate zuvor aufgehört hat auszublasen. Ring ziehen, auf einen kräftigen Luft- und Feuchtigkeitsstoß achten, und wenn nichts kommt, den Tank manuell entwässern und das Ventil überholen oder ersetzen.
Was herauskommt, richtig deuten
Die Ablassflüssigkeit ist eine kostenlose Probe. Sie ansehen, bevor sie in den Kies gekippt wird.
| Was herauskommt | Was es meist bedeutet | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Trockene Luft, ein paar Tropfen | Normal: Trockner funktioniert, Kompressor gesund | Routine beibehalten |
| Klares Wasser, gleichmäßige Menge | Feuchtes Klima oder hoher Einsatzzyklus; Trockner nahe Kapazitätsgrenze | Ausblasen prüfen; Patronenintervall überprüfen |
| Große Wassermenge täglich | Trocknertrockenmittel verbraucht oder Ausblasventil klemmt | Patrone wechseln, Ausblasventil prüfen |
| Milchig-graue Emulsion | Öl und Wasser mischen sich: Trockner lässt beides durch | Neue Patrone plus Prüfung auf Kompressor-Ölverschleppung |
| Schweres schwarzes Öl oder teerartiger Schlamm | Übermäßige Kompressor-Ölverschleppung: Ringe, Druckleitung oder Entlastungsventil-Problem | Kompressor prüfen; nachgeschaltete Reinigung einplanen |
| Rostflocken und braune Ablagerungen | Der Tank ist seit Langem feucht; innere Korrosion | Tankzustand prüfen und auf verschmutzte Ventile achten |
Faustregel: Lässt sich die Ablassflüssigkeit zwischen zwei Fingern verreiben und fühlt sich schmierig an, kommt Öl am Kompressor vorbei, und der Lufttrockner kämpft einen aussichtslosen Kampf.
Entwässern im Winter
Kaltes Wetter verwandelt ein übersprungenes Entwässern in einen Ausfall. Wasser, das im Tank harmlos gelegen hätte, gefriert im Ablassventil, im Trockner-Ausblasstutzen und an den tiefsten Punkten der Leitungen. Der LKW baut möglicherweise Druck auf und verliert ihn dann wieder, oder die Federspeicherbremsen verweigern das Lösen selbst bei vollem Systemdruck, weil Federspeicherbremsen zugeführten Luftdruck brauchen, um die Feder zu spannen, und eine verstopfte oder eingefrorene Leitung liefert ihn nicht.
Warm entwässern, am Schichtende, solange die Tanks noch über dem Gefrierpunkt liegen und die Feuchtigkeit flüssig ist. Ist ein Ventil bereits eingefroren, mit Wärme auftauen statt mit Gewalt, sonst reißt der Sitz. Alkoholverdampfer und Tankheizungen helfen, aber ein Trockner, der tatsächlich Wasser entzieht, ist die eigentliche Lösung.
Wo das Entwässern in den Wartungsplan passt
Entwässern ist die tägliche Aufgabe; die Trocknerpatrone die planmäßige. Der Patronenwechsel erfolgt typischerweise auf Jahres- oder Kilometerbasis je nach Einsatzzyklus und Herstellervorgabe und sollte vorgezogen werden, wenn viel Wasser oder Öl an den Ablässen austritt. Der Zustand des Kompressors selbst setzt die Obergrenze für alles: Ein Kompressor, der Öl pumpt, ruiniert eine frische Patrone in kurzer Zeit.
Das Entwässern in den Rundgang einbinden. Es passt natürlich zu den Druckabfall- und Anlegedruck-Prüfungen der Druckluftbremsen-Vorfahrtkontrolle und gehört in jeden schriftlichen Wartungsplan neben die Punkte aus der Druckluftkompressor-Wartung. Zwei Minuten täglich schützen die Druckluftkomponenten und verhindern, dass eine Straßenkontrolle zu einer Stilllegung führt.
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