
Die siebenstufige Druckluftbremsprüfung ist die Abfolge, die ein CDL-Fahrer durchführt, um nachzuweisen, dass die pneumatische Bremsanlage Druck hält, bei Niederdruck warnt und die Federspeicherbremsen zum richtigen Zeitpunkt einfallen lässt. Der Reihe nach sind die sieben Schritte: Einschalt- und Ausschaltpunkt des Reglers prüfen, die statische Leckrate testen, die Leckrate bei betätigter Bremse testen, die Niederdruckwarneinrichtung testen, den Ansprechpunkt der Federspeicherbremse (automatisches Einfallen) testen, prüfen, dass die Anlage den Druck wieder aufbaut, und die Betriebsbremse testen. Die Leckagetests werden bei abgestelltem Motor und unterlegten Rädern durchgeführt, und man muss den Ziel-psi-Wert für jeden Schritt kennen, denn ein Prüfer kann einen bei einer falschen Zahl genauso schnell durchfallen lassen wie bei einem übersprungenen Schritt.
Im Folgenden die Vorgehensweise, wie ein Techniker sie auf dem Hof durchführt, mit den entscheidenden Bestehen/Durchfallen-Werten. Für den breiteren Prüfungskontext behandelt der CDL-Druckluftbremsen-Prüfungsleitfaden den schriftlichen und den Inspektionsteil rund um dieses Verfahren.
Vor dem Start: Aufladen und Vorbereitung
Motor laufen lassen, bis die Anlage vollständig aufgeladen ist, typischerweise auf etwa 120 psi und nicht höher als der Ausschaltpunkt des Reglers. Räder unterlegen, dann den Motor für die Leckagetests abstellen und den Zündschlüssel auf Ein- oder Zubehörstellung drehen, damit Anzeigen und Warneinrichtungen aktiv bleiben. Alles Folgende setzt einen vollständig aufgeladenen, luftdichten Ausgangszustand voraus. Baut die Anlage von vornherein nicht bis zum Ausschaltpunkt auf, zunächst dort die Ursache suchen, denn ein Kompressor, der keinen Druck aufbaut, macht den Rest der Prüfung hinfällig.
Die sieben Schritte und ihre Zielwerte
| Schritt | Was geprüft wird | Bestehens-Wert |
|---|---|---|
| 1 | Ein- und Ausschaltpunkt des Reglers | Einschalten ~100-110 psi, Ausschalten ~120-135 psi |
| 2 | Statische (geparkte) Leckrate | Unter ~2 psi/min Einzelfahrzeug, ~3 psi/min Kombizug |
| 3 | Leckrate bei betätigter Bremse | Unter ~3 psi/min Einzelfahrzeug, ~4 psi/min Kombizug |
| 4 | Niederdruckwarneinrichtung | Ein bei oder vor ~60 psi |
| 5 | Automatisches Einfallen der Federspeicherbremse | Knöpfe springen im Bereich ~20-45 psi heraus |
| 6 | Druckwiederaufbau (Kompressor) | 85-100 psi in ~45 Sekunden oder weniger |
| 7 | Betriebsbremsentest | Kein ungewöhnliches Leck, kein Ziehen, fester Halt |
Schritt 1 — Ein- und Ausschaltpunkt des Reglers
Bei laufendem Motor und Druckaufbau die Armaturenbrett-Anzeige beobachten. Der Regler sollte den Kompressor im Bereich von 120-135 psi vom Fördern abschalten (Ausschaltpunkt). Danach die Betriebsbremse wiederholt betätigen (fächeln), bis der Regler den Kompressor wieder zuschaltet; dieser Einschaltpunkt sollte bei etwa 100-110 psi liegen. Weit auseinanderliegende, schwankende oder vertauschte Werte deuten auf einen defekten Regler oder Entlüfter hin. Damit wird bestätigt, dass die Anlage vor Beginn der Leckagetests innerhalb der Spezifikation schaltet.
Schritt 2 — Statische Leckrate
Vollständig aufladen, Motor abstellen, Bremsen lösen (beide Knöpfe hineindrücken) und den Druckabfall eine Minute lang messen, ohne das Pedal zu berühren. Bei einem Solofahrzeug oder Bus sollte der Abfall unter etwa 2 psi pro Minute bleiben, bei einem Sattelzug oder anderen Kombizug unter etwa 3 psi. Mehr deutet auf ein Leck in den Behältern, Leitungen oder Anschlüssen hin, die die Lufttanks versorgen. Dies ist der strengste, ruhigste Test der Abfolge, also die Anzeige sich setzen lassen, bevor man sie abliest.
Schritt 3 — Leckrate bei betätigter Bremse
Weiterhin bei abgestelltem Motor und vollem Druck das Fußbremspedal eine Minute lang voll durchtreten und halten und wieder den Abfall beobachten. Der Grenzwert bei betätigter Bremse ist lockerer, da der Betriebskreis zu den Bremszylindern geöffnet ist: unter etwa 3 psi für ein Einzelfahrzeug, unter etwa 4 psi für einen Kombizug. Ein übermäßiger Abfall hier deutet eher auf eine undichte Betriebsleitung, ein Fußbremsventil, ein Relaisventil oder eine Bremszylindermembran als auf die Behälter hin.
Schritt 4 — Niederdruckwarneinrichtung
Bei abgestelltem Motor beginnen, durch wiederholtes Pumpen des Bremspedals Luft aus der Anlage abzulassen. Die Niederdruckwarnung — Summer, Leuchte oder Warnzeiger — sollte bei oder vor etwa 60 psi ansprechen. Dies ist der Alarm, der einem Fahrer Zeit gibt, sicher anzuhalten, bevor die Federspeicherbremsen einfallen, daher ein hartes Bestehen/Durchfallen-Kriterium. Kommt sie zu spät oder gar nicht, ist das Fahrzeug unabhängig vom Ergebnis der übrigen Tests unsicher.
Schritt 5 — Automatisches Einfallen der Federspeicherbremse
Den Druck weiter über die Warnung hinaus abfächeln. Sinkt der Tankdruck in den Bereich von etwa 20-45 psi, sollten die Feststell- und Anhängerschutzknöpfe von selbst herausspringen und die Federspeicherbremsen mechanisch einfallen. Dieses automatische Einfallen ist das gesamte Sicherheitsprinzip einer Druckluftanlage: Luft verlieren bedeutet Bewegung verlieren. Springen die Knöpfe nicht in diesem Bereich heraus, ist das Anhängerschutzventil oder die Federspeicherbremssteuerung zu verdächtigen.
Schritt 6 — Druckwiederaufbau
Motor starten und den Kompressor bei gelösten Bremsen arbeiten lassen. Ausgehend von einem entladenen Zustand sollte der Druck bei einem typischen Einzelfahrzeug in etwa 45 Sekunden oder weniger von 85 auf 100 psi steigen; Kombizügen wird etwas mehr Zeit zugestanden. Ein langsamer Wiederaufbau oder eine Anlage, die nicht wieder bis zum Ausschaltpunkt hochkommt, ist ein Zeichen für einen schwachen oder verschlissenen Kompressor und tritt oft zusammen mit anderen Symptomen eines defekten Kompressors auf.
Schritt 7 — Betriebsbremsentest
Vollständig aufladen, Feststellbremse lösen, mit etwa 5 mph anrollen und das Fußbremspedal fest betätigen. Das Fahrzeug sollte geradeaus ohne Ziehen zu einer Seite, ohne Verzögerung und ohne ungewöhnliche Geräusche anhalten. Ein Ziehen oder ein weiches Pedal deutet auf ein mechanisches Problem an der Grundbremse hin — Nachsteller, Bremszylinder oder Belag — nicht auf ein Druckproblem.
Warum Prüfer jeden Schritt gewichten
Bei den Schritten 4 und 5 lassen Prüfer selten etwas durchgehen, denn die Niederdruckwarnung und der Ansprechpunkt der Federspeicherbremse verhindern, dass es bei Luftverlust zu einem unkontrollierten Fahrzeug kommt. Die Schritte 2 und 3 belegen, dass die Anlage überhaupt dicht genug ist, um diese Luft zu halten, und Schritt 1 belegt, dass sie innerhalb der Spezifikation nachlädt. Jedes einzelne Versagen ist als disqualifizierend zu behandeln: Bei einer Praxisprüfung beendet es den Druckluftbremsen-Teil, und bei einer Straßenkontrolle führen dieselben Mängel zur Stilllegung des Fahrzeugs.
Häufige Fehler, die Fahrer durchfallen lassen
- Zu frühes Ablesen der Anzeige. Der Druck braucht nach dem Abstellen des Motors einen Moment, um sich zu stabilisieren; den Ein-Minuten-Abfall erst bei ruhig stehendem Zeiger ablesen.
- Verwechseln der beiden Leckagegrenzwerte. Statischer und betätigter Zustand haben unterschiedliche Schwellenwerte, und Kombizüge bekommen mehr Toleranz als Einzelfahrzeuge — eine Verwechslung führt zum falschen Ergebnis.
- Überspringen der Reihenfolge Warnung-dann-Federspeicher. Die Schritte 4 und 5 müssen in dieser Reihenfolge erfolgen, während der Druck abgefächelt wird; direkt zu den Federspeicherbremsen zu springen überspringt den Warntest.
- Räder nicht unterlegt. Das Verfahren läuft mit zeitweise gelöster Feststellbremse ab, daher sind Unterlegkeile Pflicht.
Die sieben Schritte immer auf dieselbe Weise durchführen, dann werden die Werte zur Routine. Weicht ein Schritt von den obigen Bereichen ab, liegt die Ursache meist im Ladesystem oder in der Grundbremse — beginnen Sie mit wie die Druckluftbremsanlage funktioniert, um herauszufinden, welche Komponente für den Fehler verantwortlich ist.
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VADEN-Teile kaufenVeröffentlicht von VADEN Original. Produktlinks verweisen auf den offiziellen Katalog des Herstellers. Die Angaben sind allgemein - überprüfen Sie Werte stets anhand des Servicehandbuchs Ihres Fahrzeugs.