VADEN Originalairbrakecompressor.com
Fahrerwissen (CDL)

Die siebenstufige Druckluftbremsprüfung, Schritt für Schritt

Eine Werkstatt-Anleitung zur siebenstufigen Druckluftbremsprüfung, die jeder CDL-Fahrer durchführen muss, mit den psi-Werten, die über Bestehen oder Durchfallen entscheiden.

Geprüft von VADEN Original 5 Min. LesezeitAktualisiert
Die siebenstufige Druckluftbremsprüfung, Schritt für Schritt

Die siebenstufige Druckluftbremsprüfung ist die Abfolge, die ein CDL-Fahrer durchführt, um nachzuweisen, dass die pneumatische Bremsanlage Druck hält, bei Niederdruck warnt und die Federspeicherbremsen zum richtigen Zeitpunkt einfallen lässt. Der Reihe nach sind die sieben Schritte: Einschalt- und Ausschaltpunkt des Reglers prüfen, die statische Leckrate testen, die Leckrate bei betätigter Bremse testen, die Niederdruckwarneinrichtung testen, den Ansprechpunkt der Federspeicherbremse (automatisches Einfallen) testen, prüfen, dass die Anlage den Druck wieder aufbaut, und die Betriebsbremse testen. Die Leckagetests werden bei abgestelltem Motor und unterlegten Rädern durchgeführt, und man muss den Ziel-psi-Wert für jeden Schritt kennen, denn ein Prüfer kann einen bei einer falschen Zahl genauso schnell durchfallen lassen wie bei einem übersprungenen Schritt.

Im Folgenden die Vorgehensweise, wie ein Techniker sie auf dem Hof durchführt, mit den entscheidenden Bestehen/Durchfallen-Werten. Für den breiteren Prüfungskontext behandelt der CDL-Druckluftbremsen-Prüfungsleitfaden den schriftlichen und den Inspektionsteil rund um dieses Verfahren.

Vor dem Start: Aufladen und Vorbereitung

Motor laufen lassen, bis die Anlage vollständig aufgeladen ist, typischerweise auf etwa 120 psi und nicht höher als der Ausschaltpunkt des Reglers. Räder unterlegen, dann den Motor für die Leckagetests abstellen und den Zündschlüssel auf Ein- oder Zubehörstellung drehen, damit Anzeigen und Warneinrichtungen aktiv bleiben. Alles Folgende setzt einen vollständig aufgeladenen, luftdichten Ausgangszustand voraus. Baut die Anlage von vornherein nicht bis zum Ausschaltpunkt auf, zunächst dort die Ursache suchen, denn ein Kompressor, der keinen Druck aufbaut, macht den Rest der Prüfung hinfällig.

Die sieben Schritte und ihre Zielwerte

SchrittWas geprüft wirdBestehens-Wert
1Ein- und Ausschaltpunkt des ReglersEinschalten ~100-110 psi, Ausschalten ~120-135 psi
2Statische (geparkte) LeckrateUnter ~2 psi/min Einzelfahrzeug, ~3 psi/min Kombizug
3Leckrate bei betätigter BremseUnter ~3 psi/min Einzelfahrzeug, ~4 psi/min Kombizug
4NiederdruckwarneinrichtungEin bei oder vor ~60 psi
5Automatisches Einfallen der FederspeicherbremseKnöpfe springen im Bereich ~20-45 psi heraus
6Druckwiederaufbau (Kompressor)85-100 psi in ~45 Sekunden oder weniger
7BetriebsbremsentestKein ungewöhnliches Leck, kein Ziehen, fester Halt

Schritt 1 — Ein- und Ausschaltpunkt des Reglers

Bei laufendem Motor und Druckaufbau die Armaturenbrett-Anzeige beobachten. Der Regler sollte den Kompressor im Bereich von 120-135 psi vom Fördern abschalten (Ausschaltpunkt). Danach die Betriebsbremse wiederholt betätigen (fächeln), bis der Regler den Kompressor wieder zuschaltet; dieser Einschaltpunkt sollte bei etwa 100-110 psi liegen. Weit auseinanderliegende, schwankende oder vertauschte Werte deuten auf einen defekten Regler oder Entlüfter hin. Damit wird bestätigt, dass die Anlage vor Beginn der Leckagetests innerhalb der Spezifikation schaltet.

Schritt 2 — Statische Leckrate

Vollständig aufladen, Motor abstellen, Bremsen lösen (beide Knöpfe hineindrücken) und den Druckabfall eine Minute lang messen, ohne das Pedal zu berühren. Bei einem Solofahrzeug oder Bus sollte der Abfall unter etwa 2 psi pro Minute bleiben, bei einem Sattelzug oder anderen Kombizug unter etwa 3 psi. Mehr deutet auf ein Leck in den Behältern, Leitungen oder Anschlüssen hin, die die Lufttanks versorgen. Dies ist der strengste, ruhigste Test der Abfolge, also die Anzeige sich setzen lassen, bevor man sie abliest.

Schritt 3 — Leckrate bei betätigter Bremse

Weiterhin bei abgestelltem Motor und vollem Druck das Fußbremspedal eine Minute lang voll durchtreten und halten und wieder den Abfall beobachten. Der Grenzwert bei betätigter Bremse ist lockerer, da der Betriebskreis zu den Bremszylindern geöffnet ist: unter etwa 3 psi für ein Einzelfahrzeug, unter etwa 4 psi für einen Kombizug. Ein übermäßiger Abfall hier deutet eher auf eine undichte Betriebsleitung, ein Fußbremsventil, ein Relaisventil oder eine Bremszylindermembran als auf die Behälter hin.

Schritt 4 — Niederdruckwarneinrichtung

Bei abgestelltem Motor beginnen, durch wiederholtes Pumpen des Bremspedals Luft aus der Anlage abzulassen. Die Niederdruckwarnung — Summer, Leuchte oder Warnzeiger — sollte bei oder vor etwa 60 psi ansprechen. Dies ist der Alarm, der einem Fahrer Zeit gibt, sicher anzuhalten, bevor die Federspeicherbremsen einfallen, daher ein hartes Bestehen/Durchfallen-Kriterium. Kommt sie zu spät oder gar nicht, ist das Fahrzeug unabhängig vom Ergebnis der übrigen Tests unsicher.

Schritt 5 — Automatisches Einfallen der Federspeicherbremse

Den Druck weiter über die Warnung hinaus abfächeln. Sinkt der Tankdruck in den Bereich von etwa 20-45 psi, sollten die Feststell- und Anhängerschutzknöpfe von selbst herausspringen und die Federspeicherbremsen mechanisch einfallen. Dieses automatische Einfallen ist das gesamte Sicherheitsprinzip einer Druckluftanlage: Luft verlieren bedeutet Bewegung verlieren. Springen die Knöpfe nicht in diesem Bereich heraus, ist das Anhängerschutzventil oder die Federspeicherbremssteuerung zu verdächtigen.

Schritt 6 — Druckwiederaufbau

Motor starten und den Kompressor bei gelösten Bremsen arbeiten lassen. Ausgehend von einem entladenen Zustand sollte der Druck bei einem typischen Einzelfahrzeug in etwa 45 Sekunden oder weniger von 85 auf 100 psi steigen; Kombizügen wird etwas mehr Zeit zugestanden. Ein langsamer Wiederaufbau oder eine Anlage, die nicht wieder bis zum Ausschaltpunkt hochkommt, ist ein Zeichen für einen schwachen oder verschlissenen Kompressor und tritt oft zusammen mit anderen Symptomen eines defekten Kompressors auf.

Schritt 7 — Betriebsbremsentest

Vollständig aufladen, Feststellbremse lösen, mit etwa 5 mph anrollen und das Fußbremspedal fest betätigen. Das Fahrzeug sollte geradeaus ohne Ziehen zu einer Seite, ohne Verzögerung und ohne ungewöhnliche Geräusche anhalten. Ein Ziehen oder ein weiches Pedal deutet auf ein mechanisches Problem an der Grundbremse hin — Nachsteller, Bremszylinder oder Belag — nicht auf ein Druckproblem.

Warum Prüfer jeden Schritt gewichten

Bei den Schritten 4 und 5 lassen Prüfer selten etwas durchgehen, denn die Niederdruckwarnung und der Ansprechpunkt der Federspeicherbremse verhindern, dass es bei Luftverlust zu einem unkontrollierten Fahrzeug kommt. Die Schritte 2 und 3 belegen, dass die Anlage überhaupt dicht genug ist, um diese Luft zu halten, und Schritt 1 belegt, dass sie innerhalb der Spezifikation nachlädt. Jedes einzelne Versagen ist als disqualifizierend zu behandeln: Bei einer Praxisprüfung beendet es den Druckluftbremsen-Teil, und bei einer Straßenkontrolle führen dieselben Mängel zur Stilllegung des Fahrzeugs.

Häufige Fehler, die Fahrer durchfallen lassen

  • Zu frühes Ablesen der Anzeige. Der Druck braucht nach dem Abstellen des Motors einen Moment, um sich zu stabilisieren; den Ein-Minuten-Abfall erst bei ruhig stehendem Zeiger ablesen.
  • Verwechseln der beiden Leckagegrenzwerte. Statischer und betätigter Zustand haben unterschiedliche Schwellenwerte, und Kombizüge bekommen mehr Toleranz als Einzelfahrzeuge — eine Verwechslung führt zum falschen Ergebnis.
  • Überspringen der Reihenfolge Warnung-dann-Federspeicher. Die Schritte 4 und 5 müssen in dieser Reihenfolge erfolgen, während der Druck abgefächelt wird; direkt zu den Federspeicherbremsen zu springen überspringt den Warntest.
  • Räder nicht unterlegt. Das Verfahren läuft mit zeitweise gelöster Feststellbremse ab, daher sind Unterlegkeile Pflicht.

Die sieben Schritte immer auf dieselbe Weise durchführen, dann werden die Werte zur Routine. Weicht ein Schritt von den obigen Bereichen ab, liegt die Ursache meist im Ladesystem oder in der Grundbremse — beginnen Sie mit wie die Druckluftbremsanlage funktioniert, um herauszufinden, welche Komponente für den Fehler verantwortlich ist.

VADEN Original air brake compressor
VADEN Original

Brauchen Sie das Teil, nicht nur die Antwort?

Luftbremsenkompressoren und Reparatursätze in OE-Qualität, hergestellt und geprüft nach Nutzfahrzeugstandards.

VADEN-Teile kaufen

Veröffentlicht von VADEN Original. Produktlinks verweisen auf den offiziellen Katalog des Herstellers. Die Angaben sind allgemein - überprüfen Sie Werte stets anhand des Servicehandbuchs Ihres Fahrzeugs.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die sieben Schritte der Druckluftbremsprüfung in der richtigen Reihenfolge?
Ein- und Ausschaltpunkt des Reglers, statische Leckage, Leckage bei betätigter Bremse, Niederdruckwarnung, Einfallen der Federspeicherbremse, Druckwiederaufbau und der Betriebsbremsentest. Die Leckagetests werden bei abgestelltem Motor und unterlegten Rädern durchgeführt.
Bei welchem psi-Wert sollte die Niederdruckwarnung ansprechen?
Die Niederdruckwarneinrichtung sollte bei oder vor etwa 60 psi ansprechen. Ein zu spätes oder ausbleibendes Ansprechen ist automatisch ein Durchfallen.
Wann sollten die Federspeicherbremsen während der Prüfung einfallen?
Während der Druck abgefächelt wird, sollten die Feststell- und Anhängerschutzknöpfe herausspringen und die Federspeicherbremsen im Bereich von etwa 20-45 psi von selbst einfallen.
Wie hoch darf die Luftleckrate sein?
Bei abgestelltem Motor sollte die statische Leckage unter etwa 2 psi pro Minute für ein Einzelfahrzeug und 3 psi für einen Kombizug bleiben; die Leckage bei betätigter Bremse unter etwa 3 beziehungsweise 4 psi.
Wie hoch sind die Ein- und Ausschaltdrücke des Reglers?
Der Ausschaltpunkt (Kompressor stoppt Förderung) liegt bei etwa 120-135 psi und der Einschaltpunkt (Kompressor setzt wieder ein) bei etwa 100-110 psi. Die Anlage sollte innerhalb dieses Bereichs halten und schalten.
Führt das Durchfallen bei einem Schritt zum Durchfallen der gesamten Prüfung?
Ja. Bei der CDL-Praxisprüfung beendet ein einziger durchgefallener Schritt den Druckluftbremsen-Teil, und dieselben Mängel führen bei einer Straßenkontrolle zur Stilllegung des Fahrzeugs.