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Komponenten erklärt

Relaisnotbremsventil am Anhänger: Funktion, Anschlüsse, Prüfung

Das Anhängerventil, das Relaiswirkung mit automatischem Abrissschutz kombiniert — was jeder Anschluss bewirkt, wie es sich bei Verlust der Vorratsleitung verhält, und wie man seine Funktion nachweist.

Geprüft von VADEN Original 4 Min. LesezeitAktualisiert

Ein Relaisnotbremsventil ist das am Anhänger montierte Druckluftventil, das zwei Funktionen in einem Gehäuse vereint. Es wirkt als entfernter Relaispunkt für die Betriebsbremsen — erfasst das an der Steuerleitung ankommende Drucksignal und dosiert Luft aus dem eigenen Anhängerbehälter in die Bremszylinder — und es überwacht die Vorrats-(Not-)leitung, sodass die Anhängerbremsen selbsttätig anlegen, falls diese Leitung durchtrennt, getrennt oder entlüftet wird. Ein einfaches Relaisventil erfüllt nur die erste Aufgabe. Der Notbremsteil, das Behälter-Ladeprüfventil und bei kombinierten Ventilen die Feststellsteuerung machen dieses Ventil aus.

Was der Notbremsteil hinzufügt

Der Relaisteil arbeitet genauso wie überall an einem Sattelzug. Der am Steueranschluss ankommende Druck bewegt einen inneren Kolben, der einen Weg vom Behälteranschluss zum Ausgangsanschluss öffnet, sodass die Bremszylinder aus bereits am Anhänger vorhandener Luft gefüllt werden, statt Luft über die gesamte Länge von Zugmaschine und Anhänger zu schicken. Fällt das Signal, hebt der Kolben von seinem Sitz ab und die Zylinderluft entweicht über die eigene Entlüftung des Ventils.

Der Notbremsteil fügt einen zweiten, auf den Vorratsleitungsdruck bezogenen Kolben hinzu. Steigt der Vorratsdruck über etwa 45 bis 60 psi, bewegt sich dieser Kolben in seine Ladestellung: Er öffnet über ein internes Rückschlagventil einen Weg, über den sich der Anhängerbehälter füllt, und hält die Notbremsung gelöst. Das Rückschlagventil ist entscheidend — es verhindert, dass Behälterluft in die Vorratsleitung zurückströmt, falls die Zugmaschine Druck verliert. Fällt der Vorratsdruck auf etwa 20 bis 45 psi, schaltet der Kolben um und das Ventil legt mit gespeicherter Behälterluft voll an — oder entlüftet bei Anhängern mit Federspeicherzylindern die Halteluft, sodass die Federn anlegen.

Anschlusskennzeichnung

AnschlussÜbliche KennzeichnungVerbindet mitFunktion
Vorrat / NotbremseSUP, EMERVorratsleitung von der Zugmaschine über den Vorrats-KupplungskopfLädt den Behälter über das interne Rückschlagventil und hält die Notbremsung gelöst
Steuerung / SignalSER, CONTBremsleitung vom Fußbremsventil und vom Anhänger-HandbremsventilNur Signal — teilt dem Relais mit, wie stark angelegt werden soll; versorgt die Zylinder nicht direkt
BehälterRES, TANKAnhänger-LuftbehälterDie Luftquelle für jede Bremsung, ob Betrieb oder Notbremsung
AusgangDELBremszylinderDosierter Ausgang; oft zwei Anschlüsse, einer je Seite
EntlüftungEXAtmosphäreLässt beim Lösen die Zylinderluft ab; muss frei bleiben und nach unten zeigen

Kombinierte Ventile fügen einen Halte- oder Feststellanschluss zu den Federspeicherzylindern hinzu, und viele besitzen eine Anti-Kompoundier-Funktion, damit eine Betriebs- und eine Federspeicherbremsung nicht mechanische Kraft auf derselben Druckstange addieren.

Verhalten in den einzelnen Zuständen

Aufladen und Lösen

Bei geöffneter Vorratsleitung von der Zugmaschine und einem System, das auf einen voll aufgeladenen Druck von etwa 120 psi aufbaut — der Regler schaltet irgendwo im Bereich 120 bis 135 psi ab und bei etwa 100 bis 110 psi wieder ein — sitzt der Notbrems-Kolben in Ladestellung, und der Anhängerbehälter füllt sich. Der Ausgangsdruck fällt auf null, die Zylinder lösen.

Normale Betriebsbremsung

Druck auf der Steuerleitung bewegt den Relaiskolben. Der Ausgangsdruck folgt eng dem Steuersignal, sodass eine leichte Betätigung einen geringen Zylinderdruck ergibt. Da die Luft aus dem wenige Meter entfernten Anhängerbehälter kommt, bleiben Anlege- und Lösezeiten selbst bei langen Fahrzeugkombinationen innerhalb der Vorschriften.

Verlust der Vorratsleitung

Trennt sich der Vorrats-Kupplungskopf, scheuert eine Leitung durch, oder schließt der Fahrer das Anhänger-Luftvorratsventil, fällt der Vorratsdruck. Das Anhängerschutzventil sperrt die Luft der Zugmaschine ab, und das Relaisnotbremsventil des Anhängers legt selbsttätig mit gespeicherter Behälterluft an. Diese Bremsung ist nur so stark wie der Behälter dahinter — deshalb kann ein Anhänger mit schwachem oder undichtem Behälter nach einem Abriss weiterrollen.

Relaisnotbremsventil oder Relaisventil plus Federspeicher-Steuerventil?

Nach modernen Standards gebaute Anhänger tragen Federspeicherzylinder, und die Feststell- und Notbremsfunktion liegt meist in einem separaten Federspeicher-Steuerventil, das mit einem Betriebs-Relaisventil zusammenarbeitet. Diese Bauweise ermöglicht eine mechanische Feststellbremse, die ganz ohne Luft hält — deshalb hat sie die ältere, luftbetätigte Notbremsanordnung bei den meisten Straßenanhängern verdrängt. Kombinierte Relaisnotbremsventile sind weiterhin an älteren Sattelanhängern, Deichselachsen sowie Sonder- und Geländefahrzeugen im Einsatz, und kombinierte Ventile, die Relais, Ladeprüfung, Feststellsteuerung und Anti-Kompoundierung in einem Gehäuse vereinen, sind auf aktuellen Baureihen üblich. Vor der Bestellung Anschlüsse zählen und feststellen, was das Ventil tatsächlich versorgt — siehe Federspeicher- und Feststellbremsfunktion zur Verrohrung der Halteluft.

Symptome eines defekten Ventils

  • Anhängerbremsen schleifen oder lösen nach dem Loslassen des Pedals nur langsam — verengte Entlüftung oder klemmender Relaiskolben.
  • Anhaltende Undichtigkeit am Entlüftungsanschluss bei gelösten Bremsen — Hinweis auf beschädigten Einlasssitz oder verschmutzte Dichtung.
  • Anhängerbremsen legen verspätet oder ruckartig an, wodurch die Bremsung zwischen Zugmaschine und Anhänger uneinheitlich wird.
  • Keine automatische Bremsung bei Trennung der Vorratsleitung — der schwerwiegendste Fehler, weil den Fahrer nichts warnt, bis es zum Abriss kommt.
  • Anhängerbehälter lädt nicht auf, oder entlädt sich über Nacht in die Vorratsleitung zurück — Hinweis auf das interne Rückschlagventil.

Prüfung des Ventils

Räder vor jedem dieser Schritte unterlegen. Niemals unter einem Fahrzeug arbeiten, das nur durch Betriebsluftdruck gehalten wird.
  1. Kuppeln, auf ein voll aufgeladenes System von etwa 120 psi bringen und bestätigen, dass die Warnleuchte für niedrigen Luftdruck oberhalb der Warnschwelle von etwa 60 psi erlischt.
  2. Bremsen lösen und bestätigen, dass die Anhängerzylinder sauber ohne Restdruck am Ausgang lösen.
  3. Motor abstellen, Zündung eingeschaltet lassen, eine Leckprüfung bei gelöster und danach bei voll betätigter Bremse durchführen, dabei den Druckabfall pro Minute gegen die Grenzwerte der geltenden Prüfnorm ablesen.
  4. Bei unterlegten Rädern das Anhänger-Luftvorratsventil am Armaturenbrett schließen. Die Anhängerbremsen müssen sofort anlegen und angelegt bleiben.
  5. Vorrat wieder öffnen und ein prompt vollständiges Lösen an beiden Ausgangsanschlüssen bestätigen.
  6. Am Entlüftungsanschluss bei gelösten Bremsen und erneut bei gleichmäßig betätigter Bremse abhorchen. Ein anhaltendes Zischen in beiden Zuständen bedeutet, dass das Ventil intern durchlässt.

Wartung und Ersatz

Verunreinigung ist meist die Ursache. Ölschlepp aus einem verschlissenen Kompressor und Wasser aus einem gesättigten Lufttrockner lassen Dichtungen quellen und lackieren die Kolbenbohrungen, und ein gereinigtes, aber wieder in ein verschmutztes System eingebautes Ventil versagt schnell erneut. Nach jedem Kompressorausfall Leitungen und Behälter dekontaminieren und die Trocknerpatrone wechseln, bevor neue Ventile eingebaut werden. Bei verkratztem Gehäuse oder trägem Notbremsteil ist der Austausch meist die sinnvollere Wahl gegenüber einer Instandsetzung; OE-taugliche Anhänger-Notbremsventile sind nach OE-Referenz katalogisiert, sodass Anschlussbild und Gewindegrößen ohne Adapter passen. Ventil mit nach unten zeigender Entlüftung montieren, Ausgangsleitungen zu den Zylindern kurz und gleich lang halten, und vor der Wiederinbetriebnahme des Anhängers erneut die Abrissprüfung durchführen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Relaisventil und einem Relaisnotbremsventil?
Ein Relaisventil dosiert nur Behälterluft in Reaktion auf ein Bremssignal in die Bremszylinder. Ein Relaisnotbremsventil tut dies zusätzlich und überwacht den Vorratsleitungsdruck, wobei es die Anhängerbremsen automatisch anlegt, sobald die Vorratsleitung verloren geht.
Bei welchem Druck löst die Notbremsfunktion die Anhängerbremsen aus?
Die automatische Bremsung erfolgt, wenn der Vorratsleitungsdruck auf etwa 20 bis 45 psi fällt — denselben Bereich, in dem Federspeicherbremsen anlegen. Der genaue Punkt hängt von der Ventilbauart ab.
Warum hält mein Anhängerbehälter über Nacht keinen Druck?
Zuerst das interne Rückschlagventil am Vorratsanschluss prüfen, da ein defektes Rückschlagventil Behälterluft in die Vorratsleitung zurückströmen lässt. Vor Verdacht auf das Ventil selbst mit einer Leckprüfung bei gelöster Bremse bestätigen.
Kann ein Relaisnotbremsventil an einem Anhänger mit Federspeicherzylindern verwendet werden?
Nur, wenn es sich um ein kombiniertes Ventil mit einem für diese Aufgabe ausgelegten Halte- oder Feststellanschluss handelt. Ein klassisches, luftbetätigtes Notbremsventil hat keine Vorrichtung zur Steuerung der Halteluft von Federspeicherzylindern.
Meine Anhängerbremsen schleifen nach dem Lösen. Liegt es am Ventil?
Ein verengter oder blockierter Entlüftungsanschluss sowie ein klemmender Relaiskolben verursachen beide ein langsames Lösen — daher am Zylinder auf Restdruck am Ausgang prüfen. Zunächst mechanische Ursachen wie falsch eingestellte Gestängesteller und schwache Rückstellfedern ausschließen.
Wie oft sollte die Notbremsfunktion geprüft werden?
Bei jeder Vorfahrtprüfung durch Schließen des Anhänger-Luftvorratsventils bei unterlegten Rädern und Bestätigung einer sofortigen Bremsung prüfen. Es ist der einzige Fehlerfall, der keine Vorwarnung gibt, bis es zum Abriss kommt.